DTTB ruft „Jehova“

Fotothek df roe-neg 0006442 029 Mann mit einer Gießkanne
Aufruhr im Garten: DĂŒrfen Pflanzen den GĂ€rtner kritisieren? (Foto: Roger Rössing, Quelle: commons.wikimedia.org)
Unser Sportverband, der DTTB, hat eine, wie ich finde, interessante und vor allem sehr kritische Stellungnahme zur momentanen Praxis der deutschen Förderung des Hochleistungssports abgegeben.

Das ist umso mehr zu begrĂŒĂŸen, als wichtige sportpolitische Entscheidungen fĂŒr Nicht-Eingeweihte aus eher undurchsichtigen Prozessen zu resultieren scheinen. So tagt beispielsweise der Sportausschuss des Bundestages auch gerne mal unter Ausschluss der manchmal gar zu unbequemen Öffentlichkeit.

Wie dem auch sei, der DTTB meldet sich zu Wort und kritisiert u.a. folgendes:

„Wenn Sportarten, die in unserem Lande nur von wenigen betrieben werden und naturgemĂ€ĂŸÂ kaum Auswirkungen auf den Breitensport haben, zehnfach, hundert- oder gar tausendfach mehr Förderung pro Vereinsmitglied erhalten als eine Sportart, deren Volumen an Sportlern und Vereinen aber zehnfach oder hundertfach grĂ¶ĂŸer ist und die zudem in einem viel intensiveren globalen Wettbewerb steht, dann kann von einem transparenten und gesellschaftspolitisch begrĂŒndbaren Förderungssystem kaum gesprochen werden.“

Solche steilen Thesen schmecken den Verantwortlichen vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Mitgliedern des Sportausschuss des Bundestag so gar nicht, zumal sie ihre Angelegenheiten ja, so hat es wenigstens den Anschein, lieber hinter verschlossenen TĂŒren verhandeln, aber das ist eine lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Debatte. Wir reden hier schließlich ĂŒber Steuermittel von beinahe 20 Millionen Euro im Jahr.

So kann man sich schon mal am Kopf kratzen, wenn man erfÀhrt, dass EisschnelllÀufer mit 1.406,79 Euro und auch Bob-/Schlittenfahrer mit 353,05 Euro pro Jahr und Mitglied gefördert werden, wÀhrend beispielsweise Volleyballer bei 2,44 Euro und Tischtennisspieler bei 1,34 Euro liegen. (Kein Flachs!)

Da gibt es also noch reichlich Diskussionsbedarf. – Wer mehr darĂŒber wissen will, dem empfehle ich das Blog des Sportjournalisten Jens Weinreich.