Pfingstturnier, Klappe die Zweite

Es ist natürlich nicht erst das zweite Mal, dass der OSC nach Dissen fährt, doch es ist erst der zweite Spielbericht dieser Art. Eines vorweg: Ganz so hoch hinaus wie letztes Jahr ging es sportlich dieses Mal nicht, denn unser bestes Pferd, die legendären BurnerBrothers, konnte dieses Jahr in dieser Konstellation nicht wieder antreten. Dafür waren wir dieses Mal deutlich zahlreicher mit gleich mehreren neuen Gesichtern vertreten, und anders als in den letzten Jahren war das Wetter (fast schon zu) perfekt – beste Voraussetzungen also, um das legendäre Pfingstturnier in Dissen ordentlich aufzumischen.

Am Freitagnachmittag bei gefühlten 40 °C schnell das Camp aufgebaut, konnte schon der erste Erfolg vermeldet werden: Der neue Trikotbeauftragte Alex Gross durfte Maret hochoffiziell ihr neues Trikot überreichen und damit den diesjährigen Toptransfer endlich unter Dach und Fach bringen.

Anschließend ging es direkt an die Platte, denn die Mixed-Kategorien warteten bereits. In der offenen Klasse ging Tammo, da Diana dieses Jahr nicht dabei sein konnte, mit Sonja Schubert an den Start. Doch in der hochbesetzten offenen Konkurrenz ist bekanntlich nicht viel zu holen, und noch viel weniger, wenn man direkt die späteren Turniersiegerinnen, Stefanska und Milos, in der Gruppe hat. Auch Lene und Alex erwischten in der Mixed-C-Konkurrenz eine super starke Gruppe: Dass hier das spätere Siegerduo aus Jan Merta und Nadine Goldmann nur den zweiten Platz belegte, sagt darüber schon alles aus.

Für Maret und den Autor hätte die Gruppe hingegen nicht besser laufen können: Mit drei 3:0-Siegen gaben sie keinen einzigen Punkt aus der Hand, obwohl sie dabei überwiegend gegen nominell deutlich stärkere Paarungen spielten. Als „heißester Favorit auf den Turniersieg“, wie uns unsere Gruppe bisweilen schon taufte, erwiesen wir uns dann leider doch nicht. Mit Platz 1 in der Gruppe eigentlich beste Voraussetzungen auf einen schlagbaren Achtelfinalgegner, erwischten wir mit eben jener starken Paarung aus der Gruppe von Alex und Lene, Jan und Nadine, ausgerechnet die späteren Turniersieger, gegen die nicht mehr viel möglich war.

Doch wenns für einen selbst nicht läuft, dann sucht man sich kurzerhand halt andere Leute, die man supporten kann. Das Duo aus Jan und Nadine war uns jedenfalls so sympathisch, dass wir uns kurzerhand zu treuen Fans erklärten und sie zum Turniersieg anfeuerten (= pöbelten). So ein Finale ist allerdings recht spät, weshalb es an diesem Abend nicht unbedingt besonders früh zurück ins Zelt ging.

Pünktlich um 8 Uhr am Samstagmorgen ging jedenfalls schon wieder der „Wecker“ (guten Mooorgen Sonnenschein), denn unsere Nachbarn wollten schließlich nicht, dass wir unsere Konkurrenzen verpassten. Mit gut zwei Stunden Schlaf (wenn man Glück hatte) spielt es sich natürlich besonders gut, erst recht, wenn man frisch „geairfryed“ aus dem Zelt kam und sich anschließend bei gut 30 °C in der Halle schön weiter durchgaren ließ. Adrian und Samuel versuchten sich an diesem Tag optimistisch in der Klasse bis 1800 (weil die 1600er überfüllt war), kamen aber über einige Satzgewinne nicht hinaus.

Finn und Minh hingegen, frisch ausgeschlafen von zu Hause angereist, erspielten sich in dieser Spielklasse zumindest einen Sieg. Auch Deny und Martin spielten in jeweils separaten Teams dieser Klasse, wenngleich – sofern der Autor da richtig den Überblick behalten hat – es auch bei ihnen für die K.O.-Runde nicht reichte.

Besser lief es da schon für Jonas und seinen Teamkollegen Dennis, die es immerhin bis ins Viertelfinale der 1800er-Konkurrenz schafften. In der offenen Klasse hatten Marcel und Julius wiederum sichtlich zu kämpfen: Mit Marcel wurde mehrfach „der Boden gewischt“ (Zit. Marcel), während Julius stark aufspielte und mehrfach kurz vor einem Sieg stand, sich letztendlich aber nicht belohnen konnte. Sportliches Highlight blieb an diesem Tag Finn-Luca, der zusammen mit Joshua Knoop in der offenen Spielklasse die Gruppe überstehen und dabei auch spektakulär zwei Gegner mit gut 2000 TTR-Punkten schlagen konnte.

Hätte er sich dabei nicht leicht verletzt, hätte er am Sonntag in der 1900er-Konkurrenz durchaus oben angreifen können. Sein Ausscheiden im Achtelfinale hatte zumindest den Vorteil, dass man sich wieder anderen Dingen widmen konnte. Schließlich gibt es da in Dissen ja auch noch ganz schön viele andere Dinge zu tun, wie z.B. eiskalte Getränke (dank Marians Shop) genießen, Bierpong spielen, Doris in der Cafeteria besuchen oder mitten in der Nacht die in Zelten gezüchteten Ameisenkolonien wieder entfernen.

Nicht zuletzt gab es da ja auch noch eine Playersparty zu begutachten, und nach einer kurzen misslungenen Stippvisite am frĂĽhen Abend und dem anschlieĂźenden Wechsel zum grandios aufgelegten DJ Lutz lief es dort dann auch schon viel besser, was sich allerdings empfindlich auf die Schlafstatistik auswirkte.

Denn auch am Sonntag erschallte pünktlich der „Wecker“, schließlich galt es auch da noch einmal anzugreifen. Lene und Alex traten noch einmal zusammen an, dieses Mal in der Kategorie bis 1300 Punkte, in der sie sich mit zwei Gruppensiegen eigentlich ein Weiterkommen verdient gehabt hätten, doch die Statistik sprach leider knapp gegen sie. Adrian und Pia spielten in der 1500er-Konkurrenz, doch auch für sie war nach 1:2 in der Gruppe Schluss, ebenso wie für Jonas und Dennis in der Spielklasse bis 1900 Punkte.

Der Autor kaufte sich kurzerhand für die jeweiligen Doppel in das Duo aus Finn und Minh in der Klasse bis 1700 Punkte ein, und in der Gruppenphase ging diese Taktik auch bestens auf, indem meistens Finn und Samuel das Doppel und Finn und Minh die Einzel gewannen. Im Achtelfinale musste Samuel dann aber doch auch im Einzel antreten, da Minh etwas angeschlagen war. Gegen zwei talentierte Nachwuchsspieler aus Hatten-Sandkrug und Borussia Düsseldorf gab es da aber eine ordentliche Tracht Prügel, wenngleich dem Autor noch zwei spektakuläre Kunstschläge gelangen, die anscheinend trotz oder vielleicht auch nur aufgrund von Schlafmangel möglich zu sein scheinen. Die Kamera wurde da leider zu spät eingeschaltet (überhaupt muss hier ganz allgemein die Foto- und Videoauswahl aufgrund eines fehlenden Kameraakkus sowie grundsätzlich keiner „Downtime“ am Wochenende etwas einseitig ausfallen).

Doch um sportliche Erfolge geht es in Dissen ja bekanntlich in erster Linie auch nicht (zumindest nicht für uns). Die Stimmung blieb jedenfalls auch abseits der Platte trotz wenig Schlaf und beißender Hitze in der Halle bestens. Nachdem der Autor bei einem „Was sind die Odds“ noch einmal denkbar knapp einer mittelschweren Katastrophe entging, konnte dann schließlich am Sonntagabend (oder eher schon nachts) zufrieden die Heimreise angetreten werden.