Der OSC goes to (Hollywood)Hilter a.T.W.

Die Rankenbach Open sollten fĂŒr den KapitĂ€n ein besseres Pflaster sein als die vergangene Saison.

Nachdem unser KapitĂ€n der Kreisligaaufstiegsmannschaft Samuel einen sehr lesenswerten Artikel ĂŒber das Pfingstturnier in Dissen veröffentlichte, versucht der KapitĂ€n des Teams „Tekki“ aus der 1. Bezirksklasse eben dieses nachzuahmen.

Vergangenes Wochenende machten sich drei tapfere Mannen des OSC auf den Weg nach Hilter, um sich bei den Rankenbach Open zum Kaiser krönen zu lassen. PĂŒtti und der Autor wagten sich am frĂŒhen Nachmittag in die Konkurrenz bis 1600. Marian hingegen trat am Abend in der Konkurrenz bis 1850 an. Die Saison der ersten beiden verlief nicht gerade optimal. Somit war das Ziel zunĂ€chst, die Vorrunden zu ĂŒberstehen, um dann die Doppelwertung zu rocken. Marian hatte genug Zeit mitgebracht und wollte sich nach eigener Aussage lediglich ein bisschen bewegen und ein paar BĂ€lle schlagen. So weit, so gut.

Jan machte seine Hausaufgaben gut und beendete die Gruppe als Erster. Lediglich im letzten Spiel gegen einen Youngster aus DĂŒsseldorf musste er sich enorm strecken und sein ganzes Können abrufen. Dies gelang ihm mit Bravour. Justus, nicht gerade von Selbstbewusstsein gesegnet, tat sich mehr als schwer. Im ersten Spiel mĂŒnzte er noch einen 0:2-SatzrĂŒckstand in einen ungefĂ€hrdeten Sieg um. Im zweiten Einzel gegen einen Spieler aus dem Raum MĂŒnster jedoch wurde es sehr eng. Der Kontrahent spielte fĂŒr den Autor ein mehr als unangenehmes Wechselspiel aus Ballonabwehr, „krummen Eiern“ und fiesen RĂŒckhandpeitschen. Hohe FĂŒhrungen seitens Justus wurden nicht genutzt, so dass der dritte Satz schon in die VerlĂ€ngerung ging und der vierte Satz mit 26:28 (Tatsache!) verloren ging. Das war gefĂŒhlt ein 6-Satz-Match. Im alles entscheidenden dritten Spiel bewies er NervenstĂ€rke, wehrte einige MatchbĂ€lle ab und glĂ€nzte mit 20:18 im Entscheidungssatz. 🙂

Marian zu Beginn seines Laufs (Foto: privat)

Marian wurde seiner Favoritenrolle in der Gruppe gerecht und schonte seine KrĂ€fte. SouverĂ€n ging es fĂŒr ihn in die nĂ€chster Runde, wo zunĂ€chst ein Freilos auf ihn warten sollte. Dass dies spĂ€ter noch wichtig werden wĂŒrde, ahnte da noch niemand.

In der Doppelkonkurrenz wollte man sich nun die Krone aufsetzen. PĂŒtti und Justus, ein durchaus eingespieltes Doppel, hatte allerdings leichte Startschwierigkeiten. Mit einem knappen 3:2 zog man ins Viertelfinale ein. Was dann folgte, war großes Tischtennis. Im Viertelfinale und auch im Halbfinale zeigten die beiden, zu was sie in der Lage sind. Mit Jans AufschlĂ€gen kam sowie gut wie niemand zurecht, seine Topspins aus der Halbdistanz waren ebenso gefĂŒrchtet. Justus‘ „polnischer Vorhandblock“ schien sich im westfĂ€lischen Raum auch noch nicht herumgesprochen zu haben. Überzeugend ging es somit ins Finale gegen zwei LinkshĂ€nder. Das OSC-Duo machte dort weiter, wo sie aufgehört hatten, mit einer 2:0-SatzfĂŒhrung. Die Kaiserkrönung stand kurz bevor. Die Rechnung wurde aber ohne den Wirt gemacht. Das Warendorfer Gespann Ă€nderte seine Taktik und spielte den Ball simpel mit etwas Rotation auf die Platte. Justus und PĂŒtti verpassten es, im dritten Satz den Sack zu zumachen. Mit 9:11 und einigen vergebenen Chancen war die Möglichkeit mehr als da. Mit schwindenden KrĂ€ften und immer stĂ€rker werdenden Kontrahenten lief ab Satz 4 nicht mehr viel zusammen. Ein kurzes AufbĂ€umen zum Ende des fĂŒnften Satzes reichte nicht zum Triumph. Das sympathische Doppel aus Warendorf war ein verdienter Sieger, aber der Titel war zum Greifen nah.

Vor dem Entscheidungssatz im Finale noch ein letztes Mal motivieren (Foto: privat)
PĂŒttis gefĂŒrchteter Aufschlag (Foto: privat)
Da war die Welt noch in Ordnung, 2:0 SatzfĂŒhrung (Foto: privat)

Somit war es an Marian, den Titel zum OSC zu holen. Marian, der zunĂ€chst ohne Doppelpartner angereist war, versuchte bei Holger Straede durch einen lustigen Spruch, einen guten Partner zu erhaschen. Gott war mit ihm. Marian wurde ein NoppenkĂŒnstler an die Seite gestellt. Von Runde zu Runde spielten die beiden sich besser aufeinander ein und wurden zum Doppelgespenst von Hilter. Im Halbfinale mussten die beiden ein einziges Mal ĂŒber die volle Distanz, im Finale wurde dann schließlich die junge Oldendorfer Garde mit 3:0 aus dem Weg gerĂ€umt, um sich bei der Siegerehrung die Kaiserkrone aufzusetzen. Was fĂŒr eine Leistung, Chapeau! Es bleibt festzuhalten, die Doppelkonkurrenz wurde in beiden Klassen gerockt. Schade, dass es nicht zu zwei Titeln reichte.

Doch damit nicht genug. Es ging nahtlos weiter. Jan und Marian hatten zunĂ€chst in der 32er-Runde ein Freilos. Justus, nur Gruppenzweiter, musste direkt antreten. Hier kam er körperlich und mental an seine Grenzen. Er ist einfach keine 20 mehr. In seinem Einzel gegen einen ausgeruhten Gegner, biss er die ZĂ€hne zusammen und stand kurz vor dem fĂŒnften Satz. Die Kraft und der Wille, die Vorhand zu umlaufen, war allerdings nicht mehr gegeben. Im Ligabetrieb wĂ€re hier durchaus ein Erfolg möglich gewesen. Somit endete die Turnierreise fĂŒr den Autor recht frĂŒh. Böse war er darum nicht.

Stabile Leistung! (Foto: privat)

Damit hatte der OSC noch zwei Eisen im Feuer. PĂŒtti merkte man die vielen Doppelspiele ebenso an. Sein Kontrahent aus Glandorf spielte sich in einen Rausch und machte Jan das Leben schwer. Dieser bewies jedoch WillensstĂ€rke und drehte im fĂŒnften Satz ein 0:6 und erspielte sich gar in der VerlĂ€ngerung zwei MatchbĂ€lle. Der KrĂ€fteverschleiß aus den Doppeln war aber dann doch zu hoch. Im Achtelfinale war fĂŒr den zweiten OSC’ler Schluss.

Marian, unser letztes Eisen im Feuer, auch seit ein paar Tagen keine 20 mehr, hatte irgendwie noch Körner ĂŒbrig. Warum, das wusste er selber nicht. In seinem Tableau folgt ein schweres Spiel nach dem anderen. Nahezu alle Spieler hatten mehr Punkte als er oder spielten in einer höheren Liga. Marian trotzte diesem Umstand und spielte hervorragendes Tischtennis. Mit letzter Kraft kĂ€mpfte er sich ins Finale. Boah, was fĂŒr eine Leistung. Er hatte die historische Chance, nach dem Doppel auch den Einzelsieg einzufahren. Sein Finalgegner hatte im Vergleich zu Marian das vermeintlich leichtere Programm hinter sich. Zudem schien er noch ĂŒber mehr körperliche und mentale Power zu verfĂŒgen. Dies sollte reichen, um unseren Marian zu besiegen.

Maschine! (Foto: privat)
OSC and Friends, Alex Kimmel von Stirpe-Oelingen (Foto: privat)

Am Ende des Tages reichte es fĂŒr den OSC zu einem Doppeltitel und zu zwei zweiten PlĂ€tzen (Doppel und Einzel). Damit lĂ€sst es sich doch leben. Wie es den Dreien am Sonntag drauf ging, darĂŒber sprechen wir besser nicht.

Einen Dank gilt dem TuS Hilter um Holger Straede fĂŒr die tolle Organisation.