Mal wieder nach Oldenburg

F├╝r den OSC immer im Einsatz: Axel, Klaus, Burkhrardt und Stefan (Foto: Axel)
F├╝r den OSC gestern in Oldenburg im Einsatz: Axel, Klaus, Burkhrardt und Stefan (Foto: Axel)

Wer sich schon gewundert hat, warum es hier bis heute Mittag noch nichts Neues zu lesen gab, f├╝r den gibt es jetzt Aufkl├Ąrung. Es ging einfach nicht fr├╝her, denn gestern gab es einfach zu viel zu tun.

Donnerstag Mittag, kurz vor 14 Uhr am Osnabr├╝cker Hauptbahnhof. Eine vierk├Âpfige Abordnung von unerschrockenen OSC-Freiwilligen macht sich auf den Weg zu einem Himmelfahrtskommando. Es gilt, trotz saum├Ą├čigen Wetters, den VfL beim NFV-Pokalhalbfinale in Oldenburg zu unterst├╝tzen, um in der n├Ąchsten Saison endlich wieder am DFB-Pokal teilnehmen zu k├Ânnen.

Hatten wir im letzten Jahr noch naiverweise geglaubt, die Lilawei├čen schafften das auch ohne uns und hatten daher leichtsinnig auf die Fahrt verzichtet, so wollten wir diesmal nichts dem Zufall ├╝berlassen, um ein abermaliges Scheitern zu verhindern. Schlie├člich sollte das Weiterkommen der erste Schritt zum DFB-Pokalfinale 2016 in Berlin sein, f├╝r das unsere Reiseplanungen schon recht weit gediehen sind. ­čśë

Am Bahnsteig erwartete uns ein gro├čes Polizeiaufgebot, was uns angesichts der friedlichen und auch recht ├╝berschaubaren Zahl von Mitreisenden etwas┬á├╝bertrieben schien, aber … Vorsicht … Mutter … Porzellankiste. Is‘ klar, oder?

Die Fahrt verlief st├Ârungsfrei, und erst kurz vor Oldenburg machten sich ein paar der mitgereisten VfL-Fans etwas lautst├Ąrker bemerkbar. Es blieb aber alles im Rahmen. Weit schlimmer war f├╝r drei Viertel der OSC-Reisegruppe vermutlich, sich zwischen Bersenbr├╝ck und Essen i.O. die Artland-Lobpreisungen des Heimathirsches Stefan anh├Âren zu m├╝ssen. ­čśë

Am Bahnhof in Oldenburg angekommen, hatte man kurzzeitig das Gef├╝hl, B├╝rgerkriegsgebiet zu betreten. ├ťberall Bereitschaftspolizei in voller Ausr├╝stung. Der Weg zum Busbahnhof war versperrt, und auch auf dem Bahnhofsvorplatz durften VfL-Fans nicht zur Bushaltestelle. Stattdessen „empfahl“ man uns auf Nachfrage, uns dem gro├čen von der Polizei begleiteten Tross zum Stadion anzuschlie├čen, der irgendwann starten sollte, was uns und vor allem Axel angesichts von ca. 30 Minuten Fu├čmarsch gar nicht behagte, denn das Stadion liegt ja nicht gerade um die Ecke.

Wir entschlossen uns daher Fanschal und -m├╝tze abzunehmen und so „verkleidet“ konnten wir die Polizeikette unbehelligt passieren und wie geplant den Bus in Richtung Stadion nehmen.

Am Stadion ging der Ticketkauf reibungslos ├╝ber die B├╝hne, so dass bis zum Anpfiff ausreichend Zeit blieb, die Bierqualit├Ąt zu pr├╝fen (s. Foto). Die OSC-Expertenrunde war sich schnell einig, dass Krombacher verglichen mit „herrlichem Herforder“ geschmacklich doch einige unbestreitbare Vorz├╝ge bietet. Allerdings war die Versorgungslage in Oldenburg ├Ąhnlich suboptimal wie wir das ja auch seit Jahren von der Bremer Br├╝cke gewohnt sind. – Wer konnte denn schon ahnen, dass da so viele Leute kommen w├╝rden und die auch noch alle etwas trinken wollen?

Diese suboptimale Getr├Ąnkeversorgungslage sollte w├Ąhrend des Spiels auch dazu f├╝hren, dass Klaus und Axel das F├╝hrungstor des VfL verpassten, was immerhin angesichts des sehr mauen Spiels eines der wenigen H├Âhepunkte war.

Gl├╝cklicherweise┬áging es nach dem ebenso ├Ąrgerlichen wie lachhaften Ausgleichstor der Oldenburger in der 90. Minute direkt ins Elfmeterschie├čen, so dass wir nicht noch zus├Ątzliche drei├čig Minuten Geflipper ├╝ber uns ergehen lassen mussten. Von einem Klassenunterschied war ├╝brigens sp├Ątestens ab der zweiten Halbzeit nichts mehr zu sehen.

Das Elfmeterschie├čen verlief dann v├Âllig VfL-untypisch undramatisch. Der VfL-Keeper konnte gleich zu Beginn gl├╝cklicherweise einen halten, was seinen Patzer aus der 90. wieder etwas ausglich, und ein weiterer Oldenburger schoss den Ball Richtung Innenstadt, w├Ąhrend alle VfLer sicher verwandelten.

Mission erf├╝llt! Mit einem wenig ├╝berzeugenden Sieg in der Tasche ging es zur├╝ck zum Bahnhof, und auch die Bahnfahrt verlief v├Âllig reibungslos. Die anschlie├čende Abschlussbesprechung im Balou hatte es dann allerdings in sich, hatte Burkhardt doch die beiden Sambuca-Br├╝der hinzugebeten und auch unser alter Kumpel Grappa kam noch an den Tisch, um uns Gesellschaft zu leisten.

Erst nachdem die zwei j├╝ngsten Mitglieder der OSC-Abordnung erhebliche Aufmerksamkeitsdefizite und konditionelle M├Ąngel durchscheinen lie├čen und der Autor der Bedienung, auf die Frage ob sie noch etwas bringen solle, mit Verweis auf die beiden Schl├Ąfer zur Antwort gab, Kissen w├Ąren wohl nicht schlecht, war klar, dass ein langer Tag endg├╝ltig zu Ende war.

Tja, so eine Ausw├Ąrtsfahrt ist halt kein Kindergeburtstag. – Obwohl, wer Kinder hat, der k├Ânnte diese These durchaus in Frage stellen. Aber das ist ein anderes Thema.