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Sorgt der Schwarm für die VfL-Lizenz?

Wer gibt Geld für den VfL? (Foto: Poppy Thomas-Hill, CC-BY-2.0, via commons.wikimedia.org)

Wer gibt Geld für den VfL? (Foto: Poppy Thomas-Hill, CC-BY-2.0, via commons.wikimedia.org)

Zur Abwechslung mal kein Tischtennis, sondern unser zweitliebstes Thema:

  • Europawahl,
  • Westumgehung,
  • globale Erwärmung,
  • Neumarktsperrung,
  • Umweltschutz,
  • Weltfrieden,
  • Fußball.

Der VfL, seit Jahren eigentlich fast immer in Finanznöten, hat notgedrungen ein neues Modell aufgegriffen, um die vom DFB für die neuerliche Lizenzerteilung notwendige Liquiditätsreserve aufzubringen. „Crowdfunding“ (deutsch: „Schwarmfinanzierung“) heißt das Zauberwort.

Im O-Ton liest sich das so:

Der VfL Osnabrück kämpft um die Lizenz für den Spielbetrieb in der 3. Liga. Ein entscheidendes Erfolgskriterium dafür, ist die Hinterlegung einer Liquiditätsreserve beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Form von Barmitteln oder Bürgschaften. Damit wirklich jeder seinen persönlichen Beitrag für den VfL leisten kann, soll ein Teil dieser Summe durch „Crowdfunding“ realisiert werden.

Seit dem 22. Mai und noch bis zum 26. Mai hat jeder, der mag, die Gelegenheit, mit einem persönlichen Darlehen ab 50 Euro aufwärts den VfL im Ringen um die Lizenz für die 3. Liga zu unterstützen.

Der Clou an der Sache: Es ist diesmal keine Spendensammlung. Stattdessen wird jeder eingegangene Betrag mit mindestens 3% verzinst – im Aufstiegsfall gibt es sogar 5% – und nach einem Jahr 18 Monaten wird das Geld zurückgezahlt.

Damit wäre, mit Blick auf den Zinssatz, dort investiertes Geld zumindest theoretisch besser angelegt als auf irgendeinem Sparbuch. Der Haken? Geht der Verein in der neuen Saison in die Insolvenz, werden die über das Crowdfunding eingesammelten Gelder als nachrangige Darlehen behandelt. Das bedeutet, wenn ich das richtig verstanden habe, dass man sich als Gläubiger mit seiner Forderung ganz ganz hinten anstellen muss, was praktisch wohl heißt, dass die Chance seine Einzahlung zurückzubekommen eher gering sind.

Geht aber alles gut, werden aus 100 Euro (Beispielsumme!) in einem Jahr 103, vielleicht sogar 105 Euro. Wenn nicht, ist das Geld aller Voraussicht nach futsch. Wie groß dieses Investitionsrisiko ist, muss selbstredend jeder für sich selbst beurteilen.

Wer sich das mal genauer ansehen möchte, der schaut auf www.crowdrange.de/project/vfl-osnabruck. Dort gibt es weitere Erklärungen zum Projekt und man kann sehen, wie der aktuelle Stand ist. Der Projektstart verlief schon mal sehr vielversprechend, doch bis zur Zielsumme von 400.000 Euro ist es noch ein weiter Weg und die Zeit ist knapp. Für Spannung ist also auch in der fußballlosen Zeit gesorgt.